Die erste eigene Wohnung – Teil 1

Die erste eigene Wohnung (Teil 1)

Hotel Mama war gestern – ich residiere nun in meinen eigenen 4 Wänden

Meine erste eigene Wohnung wird der Hammer! Alles anders! Kein Vergleich mehr zum Hotel Mama, mehr Platz, eigene Ideen, tolle Möbel, tun und lassen, was ich will. Meine eigenen 4 Wände, mein Leben, endlich chillen, wie und wann ich will. Keine nervige kleine Schwester, die stundenlang das Bad besetzt oder sich ungefragt meine Klamotten ausleiht. Kein Stress mehr mit meinen Eltern, die am liebsten jeden der Schritte kontrollieren würden, mein Zimmer inspizieren, ob ich aufgeräumt habe und immer dann etwas Interessantes zu erzählen habe, wenn mein Freund in meinem Zimmer ist!

Die Suche nach einer Wohnung oder lieber WG als Alternative?

Hat sich der Gedanke erst einmal festgesetzt, gibt es kein Zurück mehr. Das Internet wird durchforstet, Immobilienbörsen (z.B. Wohnweisend) und Zeitungen (z.B. Cronenberger Woche) gewälzt. Der Wohnraum soll ja noch bezahlbar sein. Im Internet (Mietspiegel) wird man schnell fündig, was die ortübliche Miete pro qm ist, allerdings gibt es je nach Ausstattung immer Ausreißer nach oben und nach unten. Steht man gerade erst am Anfang seiner Karriereleiter, kann man vielleicht nicht gerade so große Sprünge machen und nimmt mit etwas Kleinerem vorlieb. Hat man gute Freunde, die selbiges Problem haben, lohnt es vielleicht auch darüber nachzudenken, zusammen zu ziehen und eine WG zu gründen, so kann man alle anfallenden Kosten teilen.

Die heimlichen Kostenfresser

Die Miete kann niedrig sein, aber nicht unbedingt günstig. Sind die Fenster nicht mindestens doppelt, besser 3-fach isoliert und die Wände nicht gedämmt, zahlt man schnell die eingesparte Miete an Nebenkosten wieder obendrauf! Nicht jeder hat einen Nachbarn unter sich wohnen, der einem eine Fußbodenheizung erspart.
Heizung ist doch gleich Heizung? Nein, so einfach ist das nicht. Mit Pelletheizung, Wärmepumpe, Öl, Erdgas, Elektro oder Kamin kann der Wohnraum warm gehalten werden, aber jedes System ist vom Unterhalt her unterschiedlich teuer. Öl gehört zu den Rohstoffen, das am stärksten Schwankungen ausgesetzt ist. Öl kann innerhalb eines Jahres, trotz gleichen Verbrauchs auch schon mal locker das Doppelte kosten. Elektro ist ebenfalls keine wirkliche Alternative und gehört mit zu den aktivsten Stromfressern, also für Dauerheizung nicht empfehlenswert. Wenn ein Kamin vorhanden ist, steigt schon einmal der Gemütlichkeitsfaktor. Allerdings sollte man daran denken, auch immer Holz auf Vorrat zu haben, sonst wird es schnell kalt, aber zum rasanten Aufheizen der Wohnung bestens geeignet und Kuschelabende vorprogrammiert. Erdgas ist fast überall vorhanden, günstiger hier sind nur noch Pelletheizung und die Wärmepumpe, welche sich allerdings nur in neueren Wohnhäusern wiederfinden. Wird das Wasser nicht über das Heizsystem, sondern über einen Durchlauferhitzer erwärmt, schlägt sich der höhere Stromverbrauch auf der Rechnung nieder.

Heizung lieber aus, dicke Decke umschlingen und auf Frühling warten?

Spart zwar im ersten Moment Kosten, aber neben einer fetten Erkältung riskiert ihr auch ein Auskühlen der Räume und Schimmel an den Wänden. Dieses ist nicht nur unschön, sondern auch extrem gesundheitsgefährdend. Besonders im nassen Herbst und im kalten Winter ist ein falsches Lüften, gepaart mit zu sparsamem Heizen, ein idealer Nährboden für Schimmel.
Unter 19°C sollte die Temperatur niemals in Wohnräumen fallen, ideal hierbei eine Luftfeuchtigkeit von 40-60%. 5-10 Minuten mehrmals am Tag Stoßlüften (Fenster ganz auf und nicht auf Kipp!) und die feuchte Luft nach draußen lassen und frische trockene Luft herein. Zu langes Öffnen und ein ständig auf Kipp stehendes Fenster kostet nur unnötig Energie und die Wände kühlen aus. Bis zu 7 Liter Wasser werden täglich im 2 Personenhaushalt als Wasserdampf abgegeben, leider verliert man selbiges nicht wirklich an Gewicht, denn der Dampft setzt sich aus Atemluft & Schwitzen (die Vorstellung das auf den Wänden wirklich Atem und Schweiß liegt, sollte schon alarmierend sein), Putz-, Wasch- und Kochwasser zusammen, welcher sich schön als dünner Film auf den kalten Wänden niederschlägt. Nach dem Duschen oder Baden sollte ganz gezielt die feuchte Luft durch Lüften ins Freie gelassen werden, damit sie sich nicht in der Wohnung verteilt. Das ist ein idealer Nährboden für die Schimmelsporen, die in der Natur überall vorkommen.
Schimmel bildet sich bevorzugt an Außenwänden (ist eine Innenwand betroffen, kann es andere Ursachen haben wie Rohrbruch etc), deshalb sollten Schränke immer mit 5-10cm Abstand zur Wand gestellt werden, damit die Luft zwischen Wand und Schrank zirkulieren kann.
Bei der Wohnungsübergabe einfach mal genauer hinschauen, Schimmel wird nur allzu gerne überstrichen, um Mängel zu verdecken. Entdeckt ihr an einer Innenwand eine verdächtige Stelle, könnte dieses wirklich auf einen Rohrbruch hindeuten. Feuchte Stellen an der Decke, entweder Wasserschaden vom Dach (undicht?), in Dachschrägen – Dachfenster undicht oder Ablauf verstopft mit Laub, Rohrbruch beim Mieter oben drüber.
An der Außenwand Schimmelflecke entdeckt? – Stück Tapete abmachen und Schaden genauer ansehen, kann vom falschen Lüften sein, genauso wie von Schäden an der Fassade (Putz betroffen). Das bekommt ihr dann alleine nicht hin, da muss der Vermieter ran.

Ich hoffe, dass ich euch bis hier hin bereits helfen konnte. Gleich morgen folgt der nächste Teil mit den Themen Mietvertrag, Kaution u. Provision, Warm,- und Kaltmiete etc.

Eure Melanie

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